Die Geschichte des FIAT 500

In den 18 Jahren seiner Herstellung, von 1957 bis 1975, wurden vom Fiat 500 rund 5 Millionen Exemplare gefertigt. Dabei sah es Anfang der 50'er Jahre noch gar nicht danach aus, dass FIAT noch ein besonders kleines und sparsames Modell auf den Markt bringen würde. Das Gerücht hielt sich zwar seit 1952, aber als Fiat 1955 den Fiat 500 vorstellte, glaubten alle, Fiat habe seine Pläne für ein noch kleineres Modell aufgegeben. Dem war jedoch absolut nicht so. Denn Fiats großartiger Konstrukteur Dante Giacosa hatte den Gedanken an ein Miniauto, welches dem Roller Konkurrenz machen sollte, nie ganz aufgegeben. 

Im  Jahr 1953 schickte ein junger deutscher Konstrukteur namens Bauhof aus dem Karosseriewerk der Deutschen Fiat in Weinsberg einen Kleinstwagenprototypen nach Turin . Giacosa war von den Ideen hinsichtlich des Karosseriekonzeptes Bauhofs so angetan, dass er sie bei der Konzeption des 500 in wesentlichen Teilen berücksichtigte. Lediglich der Motor, ein ILO-Einzylinder-Zweitakter, galt als unvereinbar mit Fiats Maßstäben hinsichtlich Wirtschaftlichkeit, Lebensdauer und entsprechender Leistung, die für akzeptable Fahrleistungen erforderlich gewesen wäre.

Rechts ist das erste Holzmodell des FIAT 500 zu sehen. Von den 2 entworfenen Stylingmodellen fand die modernere Form den Vorzug vor der eng in Anlehnung an den Fiat 600 erstellten Variante. Auf der Fiat-Produktkonferenz am 18. Oktober 1954 wurde das "Projekt 110" beschlossen und auf den Weg gebracht.
Auf der ersten Modellkonferenz im Januar 1956 wurde der Serienanlauf auf das Frühjahr 1957 festgelegt. Von nun an standen die Serienreifmachung und Produktionsvorbereitungen im Vordergrund. Durch Einsatz der seinerzeit neuesten Produktionsmethoden und Werkstoffe konnte Zeit und Material gespart werden (z.B. Materialeinsparung bei Pressteilherstellung bzw. gegossenen statt wie bisher geschmiedete Kurbelwelle).

Bei der Karosserie legte Giacosa Wert auf eine gefällige Form und eine möglichst robuste Struktur. Dabei durfte allerdings nie der Grundgedanke und die Forderung nach Leichtbau und Wirtschaftlichkeit außer acht gelassen werden.

Die größte Herausforderung für Dante Giacosa die Konstrukteure des Fiat 500 sollte allerdings der Motor (links eine Darstellung des endgültigen Modells) sein. 
Der im ersten Prototyp eingebaute Viertakt-Reihenzweizylinder zeigte inakzeptable Vibrationen und wurde beiseite gelegt bevor nach Abhilfemaßnahmen gesucht werden konnte. 
Die Schwingungen rührten von der Kurbelwelle her und waren auch durch eine Ausgleichsschwungmasse zwischen den Pleuelzapfen der Gusskurbelwelle nicht in den Griff zu bekommen. Auch ein Längseinbau von Motor und Getriebe, ähnlich wie beim Fiat 600, brachte keine Abhilfe. Auch hier übertrug der Motor insbesondere bei niedrigen Drehzahlen starke Vibrationen auf die Karosserie. 

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Eine vorzügliche Lösung brachte die allseits bekannte Motoraufhängung, welche mit einem System von Federn und gummigedämpften Tragarmen (s. Bild rechts) die Schwingungsübertragung auf dei Karosserie auf ein mehr als nur erträgliches Maß reduziert hat. 

Links sind der Motor und das angeflanschte Getriebe im Querschnitt zu sehen.

Auf dem Titelblatt der Juli-Ausgabe der Zeitschrift "Quattroruote" wurde der ab August 1957 produziert NUOVA 500 in einer Vorab-Skizze bereits der Öffentlichkeit präsentiert. Hier ist sehr gut das nach hinten abfallende Dach zu sehen, welchen hinten keine Sitzplätze mehr erlaubte. Damit sollte verhindert werden, dass ein Fiat 500 mit 4 Sitzplätzen dem großen Bruder Konkurrenz macht. Diese Annahme war jedoch weit gefehlt. Der Fiat 500 mit 2 Sitzplätzen war nicht sehr begehrt. Dies änderte sich erst, als er einige Zeit später mit den notwendigen Änderungen in seiner 2. Version erschienen ist.

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